Ute und Wolfgang Kehl Stiftung

Stiftungsbericht 2025

Aus Stiftungserträgen erwächst konkrete Hilfe

2025 war für die Ute & Wolfgang Kehl Stiftung ein besonderes Jahr: Aus einer persönlichen Idee entstand eine dauerhafte Grundlage, um Menschen, Initiativen und gemeinnützige Organisationen zu unterstützen.

Nach der Anlage des Stiftungskapitals konnte bereits im ersten, verkürzten Anlagejahr ein erfreuliches Ergebnis erzielt werden. Damit wurden 2025 erstmals fünf Projekte gefördert – in der Region und darüber hinaus.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen, begleiten, zuhören und anpacken. Ihnen gelten Anerkennung und Dank.


Diakonie Ostholstein – Da sein, wenn Menschen Unterstützung brauchen

Manchmal sind es die ganz alltäglichen Dinge, bei denen Hilfe benötigt wird. Manchmal geht es um Pflege, Betreuung oder Unterstützung im eigenen Zuhause. Und manchmal darum, Menschen in einer besonders schweren Phase ihres Lebens nicht allein zu lassen.

Seit 2002 begleitet und versorgt die Diakonie Ostholstein konfessionsunabhängig mehr als 1.000 Menschen mit unterschiedlichem Pflege- und Unterstützungsbedarf im Kreis Ostholstein. Ambulante Pflegeteams ermöglichen vielen Menschen, weiterhin in ihrem vertrauten Zuhause zu leben; Tagespflegen schaffen Gemeinschaft und einen verlässlichen Ort für den Tag.

Eine besondere Aufgabe übernimmt das spezialisierte Palliativteam. Ärztliche und pflegerische Fachkräfte, Sozialarbeit und Seelsorge begleiten schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase im eigenen Zuhause.

Diese Arbeit bedeutet mehr als Versorgung. Sie bedeutet Nähe, Würde und Menschlichkeit in Momenten, in denen genau das besonders wichtig ist.

Mit der Förderung wird diese wertvolle Arbeit unterstützt.


Ev.-Luth. Friedenskirchengemeinde Plön – Gemeinschaft erhalten

Rund 6.000 Menschen gehören zur Ev.-Luth. Friedenskirchengemeinde Plön. Vier Kirchen, eine Friedhofskapelle und drei Friedhöfe sind die sichtbaren Orte der Gemeinde. Doch eine Gemeinde lebt vor allem von den Menschen, die sie mit Leben füllen.

Viele Freiwillige engagieren sich mit Zeit, Ideen und persönlichem Einsatz – in der Kleidergarage, im Weltladen, in der Kirchenmusik, in der Jugendarbeit und an vielen weiteren Stellen. Dieses Engagement schafft Begegnungen, verbindet Generationen und bietet Unterstützung.

Gemeinschaft entsteht nicht von allein. Sie entsteht, wenn Menschen bereit sind, füreinander da zu sein.

Die Förderung wird gezielt für die Sanierung der Nikolaikirche, der Johanniskirche und der Kirche in Niederkleveez eingesetzt. So trägt sie dazu bei, diese Orte der Begegnung und des Gemeindelebens langfristig zu erhalten.


Initiative schönes Plön – Heimat gemeinsam gestalten

Was macht eine Stadt lebenswert? Schöne Plätze, gepflegte Straßen und ein ansprechendes Stadtbild gehören dazu. Vor allem aber braucht es Menschen, denen ihr Lebensumfeld nicht gleichgültig ist.

Die Initiative schönes Plön entwickelt Projekte und Ideen, um das Erscheinungsbild Plöns zu verbessern und die Stadt noch lebenswerter zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, anderen vorzuschreiben, was „schön“ ist. Die Ideen entstehen gemeinsam – im Austausch mit der Stadt, mit Organisationen und mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Nicht darauf warten, dass andere etwas verändern – sondern gemeinsam selbst etwas bewegen.

Dieser Gedanke steht beispielhaft für das Engagement der Initiative. Heimat ist nicht nur der Ort, an dem Menschen leben. Heimat entsteht auch dort, wo gemeinsam Verantwortung für das eigene Lebensumfeld übernommen wird.


Plöner Tafel – Teilen, was vorhanden ist

Auf der einen Seite werden täglich Lebensmittel aussortiert, obwohl sie noch einwandfrei sind. Auf der anderen Seite gibt es auch in der Region Menschen, für die der tägliche Einkauf zu einer echten Herausforderung werden kann.

Die Tafeln bringen diese beiden Seiten zusammen. Lebensmittel, die andernfalls möglicherweise nicht mehr verwendet würden, werden gesammelt und an Menschen weitergegeben, die Unterstützung benötigen.

Was noch gut ist, sollte nicht weggeworfen werden. Und wer Hilfe braucht, sollte sie bekommen.

Auch die Tafel in Plön lebt vom Engagement vieler Menschen, die Lebensmittel abholen, sortieren, vorbereiten und ausgeben. Die Förderung trägt dazu bei, diese wertvolle Arbeit vor Ort zu unterstützen.

Denn manchmal beginnt Hilfe ganz unmittelbar – mit einer gefüllten Tasche und dem Gefühl, nicht allein zu sein.




RAFIKI e. V. – Bildung schafft Perspektiven

Manchmal beschreibt ein einziger Satz eine ganze Haltung: „Denn Freunde sind füreinander da.“

Unter diesem Leitgedanken engagiert sich RAFIKI e.V. seit 2005 für eine Partnerschaft mit Menschen in Tansania. Der Verein organisiert Begegnungsbesuche und unterstützt unter anderem den Bau und die Entwicklung einer weiterführenden Schule am Kilimanjaro.

Bildung kann Türen öffnen, Perspektiven verändern und jungen Menschen die Chance geben, ihren eigenen Weg zu gehen. Gleichzeitig versteht RAFIKI die Partnerschaft nicht als Einbahnstraße. Bildungsarbeit findet sowohl in Tansania als auch in Deutschland statt. Menschen begegnen sich, lernen voneinander und entwickeln Verständnis für unterschiedliche Lebenswelten.

Für seine Bildungsarbeit wurde RAFIKI in den Jahren 2010/11 und 2012/13 von der UNESCO als Dekadeprojekt im Rahmen der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt steht eine Partnerschaft auf Augenhöhe: miteinander statt übereinander reden, voneinander lernen und gemeinsam Perspektiven schaffen. Die Förderung unterstützt diesen Ansatz und die damit verbundene Bildungsarbeit.


Ein Anfang, der Mut macht

Die fünf geförderten Projekte stehen für Pflege und Begleitung, gelebte Gemeinschaft, Verantwortung für die eigene Heimat, unmittelbare Hilfe und Bildung über Ländergrenzen hinweg.

So unterschiedlich ihre Aufgaben sind, eines verbindet sie: Menschen sehen hin, übernehmen Verantwortung und setzen sich mit Zeit, Erfahrung und persönlichem Engagement für andere ein. Genau dieses Engagement steht im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit.

Das Stiftungskapital bildet die dauerhafte Grundlage. Seine Erträge sollen Jahr für Jahr neue Möglichkeiten schaffen, gemeinnützige Arbeit zu unterstützen und Menschen zu helfen.

Aus Vermögen werden Erträge.
Aus Erträgen wird Unterstützung.
Und aus Unterstützung kann etwas entstehen, das bleibt.

Der erste Stiftungsbericht markiert damit nicht nur den Abschluss des Gründungsjahres 2025, sondern den Beginn einer langfristigen und verlässlichen Förderung.

 

„Gutes tun bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für Menschen, Natur und unsere gemeinsame Zukunft.“

Ihr Dr. Wolfgang Kehl

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